Ein Seitenwechsel für Newsweek

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Ein Seitenwechsel für Newsweek

Wir geben heute Morgen eine wichtige Entwicklung bei Newsweek und The Daily Beast bekannt. Newsweek wird Anfang 2013 auf ein vollständig digitales Format umgestellt. Als Teil dieser Umstellung wird die letzte Printausgabe in den USA unsere Ausgabe vom 31. Dezember sein.

In der Zwischenzeit wird Newsweek seine schnell wachsende Tablet- und Online-Präsenz sowie sein erfolgreiches globales Partnerschafts- und Veranstaltungsgeschäft ausbauen.


Newsweek Global, wie die vollständig digitale Publikation genannt wird, wird eine einzige, weltweite Ausgabe sein, die sich an ein hochmobiles, meinungsführendes Publikum richtet, das sich in einem anspruchsvollen Kontext über das Weltgeschehen informieren möchte. Newsweek Global wird durch ein kostenpflichtiges Abonnement unterstützt und wird über E-Reader für Tablets und das Web verfügbar sein, wobei ausgewählte Inhalte auf The Daily Beast verfügbar sind.

Vor vier Jahren haben wir The Daily Beast ins Leben gerufen. Zwei Jahre später fusionierten wir unser Geschäft mit dem legendären Newsweek-Magazin, das The Washington Post Company an Dr. Sidney Harman verkauft hatte. Seit der Fusion haben sowohl The Daily Beast als auch Newsweek weiterhin unverwechselbaren Journalismus veröffentlicht und dabei ein explosives Online-Wachstum demonstriert. Das Daily Beast zieht jetzt mehr als 15 Millionen einzelne Besucher pro Monat an, ein Anstieg um 70 Prozent allein im letzten Jahr – ein beträchtlicher Teil dieses Verkehrs, der jede Woche durch den starken Originaljournalismus von Newsweek generiert wird.

Gleichzeitig wurde unser Geschäft zunehmend durch das herausfordernde Print-Werbeumfeld beeinträchtigt, während die Online- und E-Reader-Inhalte von Newsweek über die Apple-, Kindle-, Zinio- und Nook-Stores sowie auf The Daily Beast ein schnell wachsendes Publikum erreicht haben. Die Tablet-Nutzung bei unseren Lesern hat schnell zugenommen und damit die Möglichkeit, redaktionelle Spitzenleistungen durch eine schnelle und einfache digitale Verbreitung aufrechtzuerhalten – eine hervorragende globale Plattform für unseren preisgekrönten Journalismus. Bis zum Jahresende sollen allein in den USA die Zahl der Tablet-Nutzer auf über 70 Millionen steigen, gegenüber 13 Millionen vor zwei Jahren.

Laut einer im vergangenen Monat veröffentlichten Studie des Pew Research Center geben 39 Prozent der Amerikaner an, ihre Nachrichten aus einer Online-Quelle zu beziehen. Unserer Meinung nach haben wir einen Wendepunkt erreicht, an dem wir unsere Leser am effizientesten und effektivsten im rein digitalen Format erreichen können. Dies war vor zwei Jahren noch nicht der Fall. Dies wird in den kommenden Jahren verstärkt der Fall sein.


Es ist wichtig, dass wir hervorheben, was dieser digitale Wandel bedeutet und was nicht. Wir stellen Newsweek um, ohne uns davon zu verabschieden. Wir bleiben Newsweek und dem Journalismus, den sie repräsentiert, verpflichtet. Bei dieser Entscheidung geht es nicht um die Qualität der Marke oder des Journalismus – der ist so mächtig wie eh und je. Es geht um die herausfordernde Ökonomie von Print-Publishing und -Vertrieb.

Newsweek wird von einem talentierten und unermüdlichen Team von Fachleuten produziert, die während einer schwierigen Zeit des Eigentumsübergangs und des Medienbruchs durchweg brillante Arbeit geleistet haben. Bedauerlicherweise erwarten wir sowohl hier in den USA als auch international einen Personalabbau und die Straffung unseres Redaktions- und Geschäftsbetriebs.

Der Ausstieg aus dem Druck ist ein äußerst schwieriger Moment für uns alle, die die Romantik des Drucks und die einzigartige wöchentliche Kameradschaft dieser hektischen Stunden vor dem Ende am Freitagabend lieben. Aber während wir nächstes Jahr auf das 80. Jubiläum von Newsweek zusteuern, müssen wir den Journalismus, der dem Magazin seinen Zweck gibt, aufrechterhalten – und die vollständig digitale Zukunft annehmen.Tina Brown ist Chefredakteurin und Gründerin von The Newsweek Daily Beast Company. Baba Shetty ist der CEO.